Josefstag und Weihe  des St. Franziskus

Ein besonderer Josefstag in Schönberg


Zwei wichtige Ereignisse prägen das Gemeindeleben der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef in Schönberg in diesem Jahr 2017. Vor bald 125 Jahren, am 5. September 1892, fand die Weihe der Schönberger Kirche St. Josef durch den Limburger Bischof Karl Klein statt und seit dem 1. Januar 2017 gehört die Pfarrgemeinde St. Josef mit acht anderen Kirchorten der neugegründeten Großgemeinde „Sankt Franziskus im Hohen Westerwald“ an.


Das nahmen die beiden Schönberger Mitglieder des neuen Pfarrgemeinderates Dagmar Wehmeier und Paul Lehnhäuser zum Anlass, zusammen mit den Mitgliedern des Schönberger Ortsausschusses, eine kleine Festwoche zu organisieren.


Sie begann am Montag, 13. März 2017, mit einem bebilderten Vortrag über die Geschichte der Gemeinde. Referent war Pfarrer Dieter Lippert i.R., der von 1981 bis 1993 die Gemeinde leitete. Die Veranstaltung begann mit einer von Pfarrer Lippert gehaltenen Andacht in der Kirche, danach fanden sich sehr viele Gemeindemitglieder im Pfarrheim ein, um bei Kaffee und Kuchen den unterhaltsamen und informativen Ausführungen von Pfarrer Lippert zu lauschen.


Am Mittwoch, 15. März 2017, wurde nach einer vom Liturgiekreis des Ortsausschusses gestalteten Andacht der 1972 gedrehte Film „Bruder Sonne Schwester Mond“ im Pfarrheim gezeigt. Der britisch-italienische Film des Regisseurs Franco Zeffirelli erzählt von den Jugendjahren des Franziskus von Assisi, des neuen „Oberpatrons“ der Schönberger Josefsgemeinde. Eine überschaubare Schar von Cineasten erfreute sich bei Knabbereien und Getränken an diesem außergewöhnlichen Filmereignis. Franziskus wurde 1181 oder 1182 im italienischen Assisi geboren und starb dort am 3.Oktober 1226. Er war der Begründer des Ordens der „Minderen Brüder“ (Franziskaner). Er wird als Heiliger der röm.-kath. Kirche verehrt.

Höhepunkt der Festwoche dann der eigentliche Josefstag, ein Hochfest der röm.-kath. Kirche, der immer am 19. März stattfindet. Fällt dieser Tag jedoch auf einen Fastensonntag, wie in diesem Jahr, so wird die Feier um einen Tag verschoben. Dazu wählte man in Schönberg aus praktischen Gründen in diesem Jahr nicht den vorgeschriebenen Montag, sondern den Samstag, 18. März 2017.


Im Kreise mehrerer Priester und Pastoralreferentinnen leitete Achim W. Sahl, der Pfarrer der Großgemeinde „Sankt Franziskus im Hohen Westerwald“, in der prall gefüllten Kirche den Gottesdienst, der vom Musikverein Neuhochstein-Schönberg musikalisch umrahmt wurde. Die Festpredigt hielt Winfried Roth, der von 1994 bis 2013 der Schönberger Gemeinde vorstand.


Ein besonderes Ereignis fand nach dem Gottesdienst im Pfarrgarten statt. Dort wurde eine vom Neuhochsteiner Steinmetz Helmut Schlemper in den sechziger Jahren geschaffene, fast lebensgroße Franziskusfigur enthüllt. Enkel Christian Schlemper, der jetzige Besitzer des Neuhochsteiner Steinmetzbetriebes, hat die Figur der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt und auch für das Fundament und eine fachgerechte Aufstellung gesorgt. Zusammen mit der Schönberger Pfarrgemeinderätin Dagmar Wehmeier enthüllte Christian Schlemper die Figur, die dann von Pfarrer Winfried Roth geweiht wurde. Leider litt die Zeremonie unter dem katastrophalen Wetter. Heftige Windböen trieben den schon seit Stunden andauernden kalten Regen über Schönberg und das Umland. Nur das dreiköpfige „Enthüllungs-und Weihepersonal“ und der wetterfeste Pressefotograf Uwe Röder-Moldenhauer trotzten den Wetterunbilden. Die gesamte Gemeinde verfolgte das fromme Geschehen wettergeschützt vom Pfarrheim aus.


Gemütlich wurde dann der große Tag im Pfarrheim gefeiert. Die musikalische Umrahmung lieferten der Musikverein Neuhochstein-Schönberg, der Mandolinenclub aus Dreisbach und der Männergesangverein Neuhochstein. Bei deftigen Speisen und Getränken genoss man diesen besonderen Josefstag. Es ist anzunehmen, dass es im Himmel noch zu einer etwas lauteren Aussprache zwischen Franziskus und dem Wettermacher Petrus gekommen ist…


Rudi Grabowski